Altägyptisch – Amphoriskos aus Kernglas – 5./3. Jahrhundert v. Chr.
SELTENE GLASAMPHORISKE, HERGESTELLT IM KERN
Ägypten, Ptolemäerzeit, 5./3. Jahrhundert v. Chr.
Amphore vom Typ Harden mit dunkelblauem Hintergrund. Mundstück mit gelbem Faden umrandet. Gelber Faden spiralförmig auf der Schulter angebracht.
Der mittlere Teil des Bauches ist mit türkisfarbenen, gelben und blauen Fäden im Zickzackmuster verziert. Darunter befinden sich Kreise aus gelbem Faden.
Dunkelblaue Glasgriffe, die von der Schulter bis zum Hals reichen; dunkelblauer Glasknopf am Fuß.
Dunkelblaues, undurchsichtiges Glas; gelbe, blaue und türkisfarbene Verzierungen.
Östliches Mittelmeer, 6.-5. Jahrhundert v. Chr.
Höhe: 7,3 cm - Durchmesser 4,4 cm - Hervorragender Zustand - restauriert.
Ein sehr seltenes Stück!
Diese Amphoriskos, oder „Miniaturamphore“, ist ein Fläschchen, das duftende Öle oder Parfüm enthält.
Der Brauch, Wertgegenstände in kunstvoll gefertigten Glasgefäßen aufzubewahren, entstand in der späten Bronzezeit in Westasien und Ägypten und erlebte in der frühen Eisenzeit in Mesopotamien eine Wiederbelebung. Dank ihrer geringen Größe und der angenehm runden Form liegen diese Gefäße gut in der Hand.
Die Form kommt auch bei Terrakotta vor und selten bei Metall, aber letztendlich ist diese Form eine Nachahmung der großen Transportamphoren aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die für den Vertrieb von Wein und Olivenöl im gesamten Mittelmeerraum verwendet wurden.
Bei der Kernformungstechnik in der Glasherstellung wird ein Kern aus entfernbarem Material – wahrscheinlich einer Mischung aus Ton, Schlamm, Sand und einem organischen Bindemittel – um einen Metallstab herum geformt.
Der Kern wird dann mit geschmolzenem Glas überzogen, entweder durch Eintauchen oder indem ein Glasdraht über den rotierenden Kern geschoben wird.
Das Gefäß wird erhitzt und wiederholt auf einer flachen Steinplatte marmoriert oder gerollt. Die Verzierung in Form von Glasfäden wird dann auf die Oberfläche gezogen und gepresst, üblicherweise nachdem sie zuvor mit einer Nadel oder einem Metallhaken in einem Zickzack-, Feder- oder anderen Muster gekämmt oder gezogen wurde.
Anschließend wird der Metallstab entfernt und der Behälter geglüht. Nach dem Abschaben des Kerns werden nach erneutem Erhitzen Rand, Griffe und Bodenknöpfe angebracht.
Herkunft: Deutschland, MRS Galerie.
Zuvor: Deutschland, ehemalige Privatsammlung Otto Schäfer, Schweinfurt
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